Meine ersten Tage in der Familie sind vorrüber und muss hier doch nochmal einiges festhalten. Mir geht es eigentlich sehr gut, mit der Familie hatte ich wirklich Glück. Die Mama kommt gerne mal und fragt nach wie es mir geht, ob ich irgendwas brauche und der Vater macht gerne Scherze, die ich jedoch nicht immer sofort checke. Ironie in einer anderen Sprache, also bitte!
Naja Montag hat mein erste Arbeitstag begonnen und ich empfinde es nicht wirklich als "Arbeit". Ich mein, ich spiele Super Mario auf der Wii mit den Kids, puzzel, male, wechsel ab und zu mal Windeln, dann gibts nochmal Essen zwischendurch und dann wird schon wieder gespielt. Aber da die Mutter noch Zuhause ist (Sie ist Lehrerin und zurzeit sind Ferien) nimmt sie mir noch viel Arbeit ab. Mal schauen wie es wird wenn ich mit den Kindern allein den Alltag bewältigen muss. Ich werde dann überwiegend nur die beiden Kleinen betreuen, wobei der Dreijährige für ein paar Stunden die Preschool (Vorschule) besucht und ich dann nur noch ein Kind hab.
So das einzige Negative, was wohl schon einige mitbekommen haben, ist, dass ich hier noch nicht so wirklich weiß, was ich mit meiner Freizeit anfangen soll. Das kennen bestimmt viele, wenn man in eine neue Stadt zieht und noch keine Freunde hat, so fühle ich mich zumindest im Moment. Die Mädchen, die ich in meiner Au Pair Schule kennen gelernt habe, wohnen irgendwo in den Staaten verteilt oder sind doch noch zu weit weg, als dass sie mal am Abend eben rumkommen könnten. Naja hinzukommt auch noch, dass ich diese Woche Donnerstag und Freitag frei hatte und am Wochenende arbeiten soll, da die Mama eine Geburtstagsfeier schmeißt und ich die Kinder dann beschäftigen muss, somit auch kein anderes Au Pair an diesen beiden Tagen frei hat und mit mir was unternehmen könnte, da sie ja alle arbeiten müssen.
Gestern war ich dann aber kurzfristig mit einem Au Pair von einer anderen Agentur verabredet: Juilane. Sie wollte sich mit ein paar Mädels ihrer Agentur treffen und hatte mich gefragt, ob ich nicht mit möchte. Ich hatte natürlich zugesagt, nur ist der Abend nicht so gelaufen wie ich es mir erhofft hatte. Ich musste laut Google 24 Minuten fahren und hatte mir den Weg rausgeschrieben, um mich wirklich nicht zu verfahren, was mir letztendlich auch nicht einmal passiert ist. Jedoch war ich, obwohl ich etwas früher losgefahren war, 10 Minuten zu Spät. Mir war erst nach 3-4 Kilometern aufgefallen, dass ich mein Handy vergessen hatte und Juliane mich dann auch nicht erreichen konnte, falls etwas sein sollte. Da ich aber dachte, dass ich ja rechtzeitig am Treffpunkt ankommen würde, was ja letztendlich nicht der Fall war, bin ich nicht nochmal umgekehrt. Dies war wahrscheinlich mein zweiter Fehler, nach dem Vergessen meines Handy. Somit bin ich da rumgelaufen und hab nach 10 minütigen Suchen aufgegeben und bin da ein wenig (mal wieder ALLEIN) durch die Mall (Einkaufszentrum) geschlendert, die wirklich toll war. Nur hatte ich keine Lust mehr, weil ich mich über mich selbst geärgert hatte, dass ich das Handy Zuhause liegen gelassen hatte. Naja um kurz vor 10 hatten dann die Geschäfte zu gemacht und ich bin wieder nach Hause gefahren und hab auf mein Handy geschaut. Natürlich hatte ich eine Naricht in Abwesenheit: "ich war leider spaet dran, wo bist du denn?" Also war ich nicht die einzige die zu spät war und da wundert mich das auch gar nicht, dass wir uns nicht gefunden hatten. Naja nun haben wir uns für nächste Woche nochmal verabredet und ich hoffe, da klappt das besser.
Ich hatte ja eher Angst, dass ich mit den Eltern mich nicht verstehe oder dass die Kinder mich nicht moegen, aber dass ich hier mich zu Tode langweilen wuerde, weil ich hier niemanden kenne mit dem man was unternehmen kann, daran hatte ich gar nicht gedacht. Bitte drueckt mir die Daumen, dass das noch besser wird, sonst muesst ihr hier alle rueber kommen und mich besuchen und unterhalten.
Ach ,da faellt mir noch was zu ein. Julia ist am Montag ja auch hier in Amerika angekommen und ich hab sie am Mittwoch besucht in der Au Pair Schule, in der ich auch eine Woche zuvor war. Das war super schoen ein bekanntes Gesicht hier in Amerika zu sehen und mit jemand wieder lachen zu koennen und Spass zu haben, der nicht zur Gastfamilie gehoert. Aber auch ein komisches Gefuehl, da wir ja vor einem halben Jahr, vor unseren Abiturpruefungen, geplant und getraeumt hatten von Amerika und nun sind wir schon hier. Die Zeit vergeht einfach viel zu schnell und das gleiche denke ich auch von meinem Jahr hier in der Familie. Nicht mehr lange und ich werde schon wieder meinen Rueckflug antreten, aber daran einfach noch nicht denken.
Ich vermiss euch alle und ich freue mich ueber Kommentare, liebe Gruesse!
Tina