Sonntag morgen ging es ruhig los und kleine Schneeflocken kamen vom grauen Himmel. Also es erschien alles noch normal. Es war zwar angesagt, dass ein rießen Schneestorm Sonntag anstehen sollte, aber so recht hatte sich keiner Gedanken gemacht wie das dann tatsächlich werden sollte, als ich das Haus am frühen Nachmittag richtung Osten verlassen hatte. Zwar hatte sich mein Gastvater Sorgen gemacht, mich bei Schnee Autofahren zu lassen, aber das ich am Abend Schwierigkeiten wegen des Stormes haben sollte nach Hause zu kommen, daran hatte auch er nicht wirkich gedacht. Also hatten mich meine Gasteltern mit dem Zug 45 Minuten zu Lena fahren lassen. War auch wirklich nötig nach der Woche und dann dem zusätzlichen Wochenende mal wieder aus dem Haus richtig zu kommen. Ich seh das seit hier Ferien sind schon als kleines Gefängnis an. All mögliche Menschen verlassen dieses Haus für irgendwelche Erledigungen und ich bleibe immer mit irgendeinem Kind Zuhause.
Naja aber zurück zu Sonntag, meinem einzigen richtigen freien Tag in der letzten Woche. Als ich bei Lena ankam, hatte sie mich am Bahnhof abgeholt und wir beide sind in das nächst größere Einkaufszentrum gefahren zum Shoppen und abschalten. Als
sich aber gegen halb 6 die Mall geleert hatte und an einem Laden sogar auf einem Schild zu lesen war "closed because of blizzard" wollten wir dann lieber zu Lena fahren. Draußen auf dem Weg zum Parkhaus wehte und schon ordenlich der Wind mit einer vollen Ladung Schnee ins Gesicht. Raus aus dem Parkhaus war das dann auch wirklich kein Spaß mehr auf den zugeschneiten Straßen. Und man sollte hier auch keinen Schneeschieber, geschweige sonstige Räumfahrzeuge erwarten. Auf einer der größten Straßen hier, drohten wir sogar fast stecken zu bleiben, als wir versucht hatten mit unserem einfachen kleinem Auto von der Beschleunigungsspur aus der Kurve auf den Highway zu gelangen. Auf den Straßen waren auch nur noch Jeeps und Geländewagen unterwegs, die uns einer nach dem anderen links und rechts überholt hatten. Meine Gasteltern hatten mir schon vorgeschlagen bei Lena zu übernachten und am nächsten Tag nach Hause zu kommen. Für meine Gasteltern war das kein Problem. Lena und ich hatte auf dem Weg von der Mall (Einkaufszentrum) beschlossen erstmal zu ihr nach Hause zu fahren, die Gasteltern zu fragen, ob es möglich wäre dort zu übernachten, auch wenn Lenas Gasteltern bisher es eher untersagt hatten, dass Lena Schlafbesuch haben könnte. Sonst wäre immerhin noch besser gewesen, dass uns der Gastvater mit dem Jeep fahren konnte. Also zu Lena nach Hause gerutscht und angekommen, war natürlich der Schnee schon so hoch, dass es fast unmöglich war auf die Auffahrt zu fahren. Dann wollten wir zunächst bei Wind und Schnee die Auffahrt freischaufeln und es dann nochmal versuchen, jedoch hatten wir zunächst nur eine Schaufel bis dann der Gastvater an uns schaufelnden Mädchen bei Wind und Wetter vorbeigelaufen war ohne ein Wort, ob er helfen könne oder wir etwas bräuchten. Ich dann direkt dem guten Herr hinterher nach der Schaufel gefragt u
nd wieder zurück. Er selber ist zurück ins Haus und hat sich nich weiter interessiert. Immerhin kam dann doch noch die Gastmutter und hatte versucht das Auto auf die Auffahrt zu fahren, als der olle Vater dann aber gesehen hatte, dass die FRAUEN da wieder nichts auf die Reihe bekommen hatten, zumindest hat er es so dastehen lassen, hat er sich dann ins Auto gesetzt und den Schlitten geparkt. Nebenbei hat mich die Mutter angepöbelt wieso wir denn nicht direkt zum Bahnhof gefahren sind und ich ihr daraufhin dann eben erzählt hatte bzw. erwähnt hatte, ob es möglich wäre bei denen zu übernachten, aber das wurde einfach mal überhört bzw. ignoriert. Als dann die Eltern mich gefragt hatten, wann mein Zug fuhr, war mir klar, dass die wirklich keinen Besuch da behalten wollten. Ebenfalls unfreundlich wie ich ihn schon aus Lenas Erzählungen kenne, hatte er Lena anegmeckert, warum sie denn mit zum Bahnhof fahren wollte. So bin ich dann mit diesem Amerikaner wie aus dem Bilderbuche, allein zum Bahnhof gefahren. "You are german too? - Ääähh...yes- Yoooouuu germans, really..." und dazu dann noch Kopfgeschüttel vom Feinsten. Also für ein weiteres Gespräch war ich dann auch nicht mehr offen. Abgesetzt am Bahnhof ohne sich weiter zu vergewissern, ob überhaupt noch Züge fuhren, hatte dieser sympathische Mann mich dann da abgesetzt. Mit Eiskalten Händen hatte ich dann an den mittlerweile vom Schnee defekten Touchautomaten versucht ein Zugticket zu bekommen, war aber zwecklos. Über mir hatte ich dann glücklichweise den Zug einfahren hören, musste dann nochmal umsteigen. Leider! Also nochmal raus in den Sturm, draußen verzweifelt den blöden Zug gesucht, nachdem ich über eine Stunde zumindest in einer Wartehalle warten musste. Mein Gastvater hatte mich auch schon immer wieder nervös angerufen, wobei der sowieso immer übertreibt und wegen all möglichen Kleinigkeiten sich Sorgen macht (Alarm muss nachts immer gesetzt sein; ich könnte eines Tages schwanger nach Hause kommen, wenn ich männlichen Kontakt habe und und und...). Eigentlich wollte ich meinen Gasteltern keine Umstände machen und hatte vorgeschlagen einfach ein Taxi nach Hause zu nehmen, aber er bestand drauf mich selber abzuholen und mein Auto einfach am Bahnhof stehen zu lassen. Gut was soll ich da sagen? Ich hatte mich schon auf die nächste Ansprache im Auto eingestellt, aber mein Gastvater hat mich nur angegrinst, als er mich Schneezerwüstet gesehen hatte.
Letztendlich war ich aber sehr froh rausgekommen zu sein, auch wenn es nicht unter den besten Umständen war und morgen haben wir ja auch endlich schon wieder Freitag, somit steht für mich auch das Ende der Schulferien an, alle Verwandten sind wieder verschwunden und der entspannte Alltag kehr zurück.
Weihnachtstage:
Am 24. waren die ersten Verwandten schon eingetroffen und ein etwas feierlicheres Dinner gab es auch schon. Aber offiziel durfte man sich hier erst am 25. "Merry Christmas" wünschen. Tante, Onkel undOma aus Florida waren Abends zum Essen da, sonst war mein Heiliger Abend eher wie jeder andere Tag. Es gab zu Abend Lasagne und es wurden noch Weihnachtsgeschichten gelesen und zum Schluss haben die Kinder Papier, Stift, Keckse und Milch für den Weihnachtsmann und Karotten für seine Rentiere bereitgestellt. Am Abend gabs dann noch für die ganze Familie, außer mir, einheitliche Pyjamas, damit, wie man es aus den Filmen kennt, am Weihnachtsmorgen beim Geschenke auspacken alle einheitlich kitschig aussehen.
Samstagmorgen wurde ich dann von einem Getrampel und Geschreie um 7 Uhr morgens geweckt. Noch müde bin ich dann nach oben getapert und dort hat mich dann ein Wohnzimmer voll mit noch eingepackten Geschenken, Papier und herumliegenden Spielsachen erwartet. Für mich lagen unter dem Weihnachtsbaum dann doch mehr Geschenke, als ich erwartet hatte. Besonders war ich aber auf das Geschenk von meinem Bruder und seiner Freundin gespannt, dass ich schon einige Wochen vorher erhalten hatte, jedoch leider bis zum 25. warten musste. Drin war sehr schön ein Kalender mit Bilder meiner Familie. Einer meiner besten Geschenke! Nochmal vielen Dank euch beiden! Von meiner Gastfamilie dagegen habe ich Duschgel und Bodylotion vom Bodyshop bekommen. Schwarze Socke
n, die ich hier dringend nötig hatte, da vorallem meine weißen Socken hier nicht wirklich Sauber werden und ich mich schon nicht mehr so recht wohl drin gefühlt hatte. Ein Parfüm von David Beckham natürlich für Frauen gab es noch dazu, ein Silberarmband von meiner Großen, welches ich mir selbst eingepackt hatte mit dem Vorwand es sei doch eigentlich für die Mami. Sehr schön und als krönung hat die Familie mir einen Gutschein im Wert von 100$ für ein Flugticket geschenkt. Also es steht meinem Urlaub eigentlich in keinster Weise etwas im Weg, außer eben der fehlende Reisepartner. Au Pairs aus meiner Umgebung haben einen Freund, den sie besuchen, Verwandte für die sie sich extra frei nehmen, Freunde aus Deutschland mit denen sie schon längst gebucht haben oder ganz einfach andere Reisevorstellung. Da auch meine Freundin Julia aus San Francisco absagen musste, gibt es niemanden so Recht und das frustriert mich eher, statt mich auf meinen Urlaub zu freuen. Meine letzte Möglichkeit besteht darin, Au Pairs über das Internet zu finden, wobei ich mir ein Freund oder jemand Bekanntes aus meinem Umfeld als Reisepartner doch lieber wäre. Wenn auch das nicht klappt, stehe ich wohl oder übel vor der deprimierenden Entscheidung vielleicht alleine fahren zu müssen bzw. gar nicht. Ach mensch, ich hätte das nie erwartet, dass es mir so schwer fallen wird jemanden zu finden. Drückt mir blos die Daumen, dass ich einen gute Reisepartner finde!!!! Jetzt bin ich doch etwas von Weihnachten abgekommen. Nachdem Samstag morgen dann alle Geschenke ausgepackt waren gab es zum Mittag eine Art Eierauflauf mit leckerem Obst. Tagsüber erinnere ich mich gerade nicht mehr an viel erwähnenswertes, wobei gegen Abend haben wir Erwachsenen nochmal ein paar Spiele gespielt und Julklapp. Ich dachte mein Geschenk wäre soweit ganz interessant gewesen, aber denkste! Ich hatte von Best Buy (sowas wie Media Markt) einen 15$ Gutschein und für Itunes einen 15$ Guteschein, da die merkwürdige Vorgabe war, etwas im Wert BIS zu 50$ zu schenken. War mir da dann ein wenig unsicher in welchem Wert und dachte mir ich nimm bisschen mehr als die goldene Mitte, aber dann war da ein Geschenk mit zwei Itunes Gutscheinen im Wert von 50$, da war mein Geschenk natürlich nur noch halb so interessant. Ja ich hatte als viertes die Wahl ein Geschenk zu öffnen, das hieß für mich ich konnte nur mit drei anderen tauschen die jeweils: ein Whirpoolset für die heimische Badwanne hatten, ein Sektkalthalter (schwer) und zwei Gemeinschaftsspielen, die es auch letztendlich geworden sind. Alles andere hätte sich schwierig nach Deutschland schaffen lassen können und mein Geschenk ging letztendlich an wen in der jungen Runde? Die Oma! Also es war für niemanden ungeeigneter als die Oma, aber gut. Ist halt nur ein Spiel.
Was steht sonst soweit die Tage an? Natürlich!! SILVESTER! Und wo verbringe ich New Years? Natürlich! In MANHATTEN! Mit Lena werde ich morgen vorraussichtlich mit dem Zug in die Stadt fahren, dann Felipe treffen und hoffentlich bei gutem Essen in einem guten Restaurant die letzten Stunden dieses Jahres verbringen und kurz vor Mitternacht dann vor der Skyline mit Sekt stehen und ein rießiges Feuerwerk bewundern dürfen. Wie das letztendlich alles so klappt, bei dem proppe vollem New York City werde ich dann wohl am Wochenende berichten. Bis dahin an alle: Einen guten Rutsch, bleibt heile und wir sehen uns dann nächstes Jahr!!!
Tina
PS: Nach Rechtschreibfehlern und Grammatikfehlern zu suchen ist mir bei meinem Zeitmangel grad doch zu aufwendig. Hoffe ihr habt einfach drüber hinweglesen, falls welche zu finden waren.